Einführung in die Farbberatung
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Basiswissen - 2016. 11. 02.

Einführung in die Farbberatung

Die Farbtypenlehre ist eine Theorie, die anhand von Hautton, Augen- und Haarfarbe nach einer Zuordnung zu Jahreszeiten bestimmte Farbtabellen für Kleidung und Make-up herstellt. Ziel ist es, dass das Aussehen eines bestimmten Menschen durch seine Zuordnung zu einem Farbtypen optimal mit seinem Äußeren harmoniert. Die Theorie der Einteilung von Menschen in unterschiedliche Farbtypen geht auf den Schweizer Maler und Kunstpädagogen Johannes Itten zurück. Er untersuchte die unterschiedlichen Auswirkungen von Farben auf Menschen. Auf seinen Theorien aufbauend wurde an amerikanischen Kunstakademien die Farbtypenlehre entwickelt. Diese besagt, dass jeder Mensch einen Hautunterton besitzt, der von Geburt an festgelegt ist. Diese Hautuntertöne werden eingeteilt in zwei Kategorien: die warmtonigen und die kalttonigen. Neben der Hautpigmentation ist auch die Augenfarbe festgelegt. Sie harmoniert mit den anderen Pigmenten, zum Beispiel mit Kopfhaaren, Körperhaaren, Muttermalen usw. Die Pigmenttypen werden nach Intensität und Lichtwert des Farbtons unterteilt.

Queen Elizabeth: Interessant - als junge Frau ein Frühlingstyp, heute als alte Dame eher ein Sommertyp

Warmtonig und kalttonig in blond

Da das Farbenspiel der vier Jahreszeiten in eine Parallele mit der Pigmentation der Menschen gebracht werden kann, entstanden vier Farb-Grundtypen, die nach den Jahreszeiten benannt wurden: die warmtonigen Farbtypen, bestehend aus dem hellen Frühlings- und dem dunklen Herbsttyp, und die kalttonigen Typen, bestehend aus dem hellen Sommertyp und dem dunklen Wintertyp.

Inspirationsfarben der vier Jahreszeiten.

Diese klassische Einteilung in vier Jahreszeiten wurde bereits in den 1980er Jahren zur „Individuellen Farbberatung“  im Rahmen der Farb- und Stilberatung erweitert. Man muss dazu bemerken, dass es sich um vier Grundtypen handelt, die selbstverständlich nur eine Analogiekette der Erscheinungsformen sind. Die Farbwirkung bei den jeweiligen Menschen wird auf diese Weise nur allgemein definiert. Obwohl jeder Mensch entweder hell oder dunkel, warm oder kühl ist, ist eine erweiterte Palette vonnöten, um die jeweilige präzise Einteilung und Beratung zu ermöglichen, da die Kombination zwischen Haar- und Augenfarben unendlich ist. Darüber können wir hier aus Platzgründen nicht detaillierter schreiben. Grundsätzlich gilt aber Folgendes: Wenn Haut, Haare und Augen zu warmen Farben tendieren, dann sollte auch bei der Auswahl von Kleidung, Schmuck und Make-up auf warme – sonnige – Farben geachtet werden. Umgekehrt gilt: Kalttonige Typen sehen in blaugrundigen Farben besser aus. Ob die Outfits heller oder dunkler sein sollen, richtet sich nach der Unterteilung in helle und dunkle Typen.

Blaue Augen und doch... hell und kalt, dunkel und kalt

Ein professioneller Berater ist vor allem bei Persönlichkeiten im öffentlichen Leben sehr nützlich. Ob man ein Stylist ist, der die Garderobe eines Stars oder Politikers bestimmt, oder im weiteren Sinne ein Image- oder PR Berater: Es ist immer Manipulation dabei, wenn ein sog. Spin-Doctor dem öffentlichen Akteur den „richtigen Dreh“ verpasst. Ziel dieser „Inszenierungspolitik“ ist es, den Kandidaten in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. Bei Privatkunden ist die Inszenierung nicht minder wichtig, es geht aber vorrangig darum, den persönlichen Wohlfühlstil zu erörtern, der bei der Kleidung und beim Schmuck in Farbe und Form die Persönlichkeit hervorhebt und das Gesamtbild harmonischer macht.

Warum sind Kenntnisse in Farbberatung nötig? Es gibt Menschen, die einen hervorragenden Geschmack haben und außerdem eine ausgeprägte Begabung zur Erkennung der Farbenfrequenzen besitzen. Was ihnen jedoch oft fehlt, ist das System. Wenn man das System kennengelernt und einstudiert hat, dann muss man nie wieder überlegen, welche Töne man selber tragen beziehungsweise den Kunden empfehlen soll.

Man muss dazu bemerken, dass es sich um vier Grundtypen handelt, die selbstverständlich nur eine Analogiekette der Erscheinungsformen sind. Die Farbwirkung bei den jeweiligen Menschen wird auf diese Weise nur allgemein definiert. Dies bedeutet also nicht, dass sich die Menschheit in je vier standardisierte Farbpaletten einteilen lässt. Genauso wenig könnte man eine vollständige Garderobe anhand der je 20 Schattierungen aufbauen! Die Theorie ist eine empirische, welche natürlich auf  der Wissenschaft (Frequenz der Farben) beruht, ihre Vertreter werden jedoch nie mit Spektrometern ausgerüstet beraten. Heute wissen wir, dass Farben eine Frequenz haben und somit einen – oft heilenden - Einfluss auf unser Gemüt ausüben. Aber nicht nur die Farben wirken auf uns. Auch wir selbst neigen, vor allem unter bestimmten psychischen Bedingungen, zu speziellen Farben, was bei jeder individuellen Beratung in Betracht gezogen werden muss: Ist meine Bekleidung nun ein Statement oder meine Visitenkarte oder einfach nur die Bedeckung des Körpers? Will ich auffallen oder lieber nicht? Bin ich trendy oder klassisch? Mag ich schrille Muster oder bin ich ein dezenter Typ mit Ton-in-Ton Kleidern? Das Bevorzugen von Farben kann biologisch, physikalisch, psychologisch oder sozial bedingt sein.

Obwohl jeder Mensch entweder hell oder dunkel, warm oder kühl ist, ist eine erweiterte Palette vonnöten, um die jeweilige präzise Einteilung und Beratung zu ermöglichen. Auch jeweilige, in Jahreszeiten zugeordnete Typen können leuchtende Haarfarben oder unscheinbarere Augenfarben, blaue oder braune Augen haben, was die endgültige Farbauswahl enorm beeinflusst. Die Palette der individuellen Farbskala des Farbmischtyps ermöglicht ein erweitertes Farbbild, das die wichtigsten „to take“-Farben beinhaltet. So wird besser auf die individuelle Persönlichkeit abgestimmt, indem optimale Zwischentöne in die Farbberatung einbezogen werden. Grundsätzlich gilt Folgendes: Wenn Haut, Haare und Augen zu warmen Farben tendieren, sollte auch bei der Auswahl von Kleidung und Make-up auf warme - sonnige - Farben geachtet werden. Umgekehrt gilt: Kalttonige Typen sehen in blaugrundigen Farben besser aus. Ob die Kleidung heller oder dunkler sein soll, richtet sich nach der Unterteilung in helle und dunkle Typen. Ich tendiere bei der Beratung immer dazu, Topfarben und Tabufarben zu bestimmen. Das ermöglicht eine schnelle Orientierung und eliminiert die meisten Fehler. (Viele der Mischfarben sind nicht eindeutig warm oder kalt, sie stellen somit keine „Gefahr“ dar.)

Um den Umgang mit den eigenen Topfarben zu erleichtern, entwickelte ich eine schnelle Methode, die im Gegensatz zur komplexen und zeit- bzw. requisitenaufwendigen Analyse auf das Erlernen und Sehen der Farben abzielt.

Ob Sie nun Farb- und Stilberater werden möchten oder ein interessierter Kunde sind, ich entwickle gleichfalls Ihr Gespür für die Farben, um Ihnen einen sofortigen Umgang ohne weitere Beratung oder Mitführung des – sowieso zu wenige Farben enthaltenden – Farbpasses zu ermöglichen. Wenn Sie erst einmal verstanden haben, worum es bei der Theorie geht, ist es keine Theorie mehr, sondern Praxis. Und zwar ohne einen Farbberater bei weiteren Einkäufen unbedingt einbeziehen zu müssen! Diese Vorgehensweise ist verwandt mit den Methodiken von Farbberatern des 20. Jahrhunderts. Damals wurden vor allem Kosmetik- und Drogerieverkäuferinnen darin geschult, die Farben der Kunden sofort zu erkennen und ihnen professionell die individuell passenden Schönheitskosmetika anzubieten.

Während der Beratung muss man selbstverständlich, unabhängig vom Jahreszeitentyp, zweierlei in Betracht ziehen. Erstens: Es gibt aus Sicht der Farben attraktive und unscheinbare Typen, was mit Schönheit nichts zu tun hat. Viele Methoden verwenden zur Beschreibung von Attraktivität Subpaletten mit Bezeichnungen wie „soft“ oder „clean“, was ich täuschend finde. In jeder „Jahreszeitengalerie“ werden wir kontrastreiche und dezente Personen finden, wobei die Abstimmung der Farbpalette die genaue Analyse des Fachmanns ebenso erfordert wie die persönliche Stilberatung, die auf die Körperformen oder auf die Berufsbekleidung des Kunden gerichtet ist. Diese verschiedenen Merkmale kann man niemals in Subpaletten gliedern, oder aber man hätte weitere 4x3x3x3 usw. Stück. Allgemein kann gesagt werden, dass weniger attraktive Menschen in gedämpften, pastelligen Farben besser aussehen, da so ihre eigenen Pigmente nicht verdeckt oder abgestumpft werden können. Während der Vorbereitung auf die Jahreszeitenanalyse in der Farbenlehre lernt man die Definition und Herstellung der mit verschiedenen Komponenten gemischten Farben genau kennen.

Zweitens: Wenn wir eine Person und ihre Haut, Haare und Augen als Farbharmonie sehen, so wie wir beispielweise die Farben eines Blumenstraußes betrachten würden, dann können wir ihre Pigmentation als Grundfarben definieren. Zum Beispiel ist ein blauäugiger und hellblonder Mensch blau-gelb, ein rothaariger mit grünen Augen orange-grün. Die professionelle Beratung setzt nicht zufällig das Wissen um die Farbenlehre voraus, denn bei einer Komposition mit den genannten Farben ergibt sich die Bekleidung wie auch die Schminke sofort, unabhängig vom Jahreszeitentyp. Attraktivität wird auch durch Kontraste unterstrichen, zum Beispiel Kontraste zwischen Hautfarbe und Behaarung. Wenn wir von der Farbenlehre ausgehen, wird verständlich, wieso ein braun-nougat-farbener Mensch weniger attraktiv erscheint als zum Beispiel ein rot-brauner. Die perfekte Beratung ist also auch ein persönliches Hineinversetzen. Sie setzt beinahe schon künstlerische Begabung sowie Kompositionswissen, Objektivität und Wissen um Farbendynamik und Komplementärfarben voraus.

Oben: Attraktive Typen und darunter weniger auffällige Typen.

Attraktiv sind: klare Hautfarbe (sehr weiß oder gebräunt bzw. in Kontrast zu den Haaren stehend), klare Augenfarbe (ohne Punkte um die Iris, große Augen mit weißem Augenweiß, dunkle Wimpern), strahlende und farbintensive Haarfarbe (blond, rot, schwarz - entweder dunkel oder hell, aber auffällig.) Sehr überzeugend können einige dieser Eigenschaften mithilfe der Analyse und einer vorsichtigen Umwandlung positiv geändert werden: gekonntes Makeup, neue Haarfarbe und neuer Schnitt, typgerechte Kleidung usw. Was man nicht darf: seinen Grundtyp mit typfremder Schminke und Haarfarbe „übertrumpfen“. Es würde ein spektakuläres, jedoch falsches und somit in den Augen von Dritten unbewusst befremdendes Image darstellen. Eine „Wanderung“ zwischen den Typen ist bei Künstlern insoweit möglich, als dass man der Wärme oder Kühle des Hautuntertons in akzeptablem Maße mehr Kontrast verschafft. Beispiele: Marilyn Monroe und Dita von Teese.

Gelungen! Bei einer Metamorphose müssen auch die Bekleidungsfarben umgestimmt werden. Plakative und gedämpfte Farben gibt es ebenfalls in warm und kalt, das sollten wir nicht vergessen.

Falsche Wahl: Nelly Furtado (naturdunkelbraun) und Nicole Kidman (Naturrotblond) als Peroxydblondinen.

Ergänzend wird in die Beratung der Stil der Kleidung einbezogen: Pastelltöne wirken besser mit fließenden, „romantischen“ Formen, während harte kalte Töne auch härtere, „dramatische“ Schnitte zulassen. Großflächige Muster passen besser zu großen Frauen, Kontraste wirken plakativ und dominant. Für die Freude an Mode sind neben trendigen Designs und perfekter Passform auch die richtigen Farben der Stylings von enormer Bedeutung. Darauf aufbauend kann das ganze Image einer Person in die Beratung einbezogen werden, sprich welche Wirkung durch das Erscheinungsbild bei Dritten hervorgerufen wird oder hervorgerufen werden soll. Mängel, verursacht durch unpassende Kleidungsstücke, schlechte Haarfarbe oder Kleidungsschnitte, wie auch unberechtigte Selbstkritik können aus dem Weg geräumt werden. Eine typgerechte Farbberatung unterstützt die optimale Zusammenstellung der Garderobe passend zu den Schattierungen der Haut und der Haare, ob in der Freizeit (Casual) oder im Büro (Business Casual). Der Dress Code gibt noch dazu akzeptierte Farben und Kleidungsstile für formelle Anlässe vor. Im Rahmen einer umfassenden Farbberatung spielt auch die Frage eine Rolle, welche Dessins, Schnitte und Details für die adäquate Garderobe angemessen sind. Es ist ein Unterschied, ob man sich für eine Bewerbung, einen formellen Auftritt im Beruf oder einen inoffiziellen Anlass auf öffentlichem Parkett kleidet.

Wissenswertes: Heute wissen wir, dass Farben eine Frequenz haben. Und diese sorgt für eine bestimmte Wirkung, sowohl bei unserer Haut- und Haarfarbe als auch bei unserer Bekleidung. Diese Frequenzen nehmen wir nicht bewusst wahr. Aber: Wer die „richtigen“ Farben – vor allem am Gesicht - wählt, dessen Fältchen verschwinden optisch, dessen Mund wirkt fülliger und dessen Augen scheinen glänzender zu sein. So sieht man insgesamt frischer und sympathischer aus, was unser Umfeld wie auch unser Spiegelbild bezeugen. Einen wichtigen Beweis hierfür lieferte ein Experiment, in welchem zehn businessmäßig gekleidete Herren mit hervorragenden (gefälschten) Diplomen zu einem Vorstellungsgespräch geschickt wurden. Fünf davon in typgerechten, fünf in falsch ausgewählten Outfits. Der Leiter des Gesprächs wusste nichts von diesem Komplott und hatte natürlich weit mehr als nur diese zehn Kandidaten eingeladen. Anschließend wurde er nach seinen Eindrücken gefragt. Das erstaunliche Ergebnis war, dass er bei den fünf farblich unpassend angezogenen Herren die Anomalie unbewusst bemerkte, jedoch nicht genau definieren konnte. Als Folge davon fiel seine Beurteilung für diese Kandidaten sehr unglücklich aus: Er charakterisierte diese fünf Herren als unsympathisch, unmotiviert, introvertiert und unpassend für den Job.

Die ersten beiden Bilder zeigen zwei Herren in richtig gewählten Outfits, das dritte bzw. vierte Bild repräsentiert die falsche Wahl.

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4. Schmuck am Arm

  • Armbänder: Ein Armband wird am Handgelenk getragen und umschließt dieses. Dem Aussehen nach unterscheidet man zwischen dem Armband (altertümlich Bracelet), das aus flexiblen Materialien oder Metall-Kettengliedern besteht, und dem Armreif, der ring- oder halbringförmig ist und aus harten Materialien (Metall, Holz, Elfenbein u.a.) gearbeitet wird. Beide Armband-Typen können mit Edelsteinen oder anderen Sorten von Schmuckelementen verziert werden.
Sommer
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Zu dem hellen Gesamteindruck, der sich aus (hell)blonden Haaren und meistens blauen Augen ergibt, gehört der Sommer. Genauso hell wie der Frühling, jedoch mit einer kalten Ausstrahlung, ist seine Haut wie auch die Augenfarbe ausschlaggebend um ihn vom Frühling abzuheben. Der Sommertyp hat einen bläulich bis rosig-bläulichen Hautunterton; oft neigen die Repräsentanten zu Rötungen und dunklen Augenringen. Meistens bräunen die Sommertypen schnell und problemlos nougatfarbig. Im Extremfall sind nördliche Sommertypen kreideweiß mit kristallblauen Augen.